Schon im ersten Veranstaltungssemester unseres frisch gegründeten Vereins hatten wir von 42dbs und ihrer Automatisierungssoftware gehört. Damit wurde es höchste Zeit einmal selbst die Software auszuprobieren und zu automatisieren, was man in die Finger kriegt.

– MLTech zu Besuch bei 42dbs

 

Die Vorbereitung 

Bei unserem ersten Workshop im neuen Semester war ich dieses Mal nicht nur mit von der Partie, sondern übernahm auch einen großen Teil der Vorbereitung selbst. Das bedeutete insbesondere, einen geeigneten Vertrag zu schreiben, der dann im Workshop automatisiert werden konnte. Leichter gesagt als getan. Klar, wer sein erstes Examen abgeschlossen hat, sollte sich im besten Fall mit den Grundlagen der Vertragserstellung auskennen. Und wer sich sich seit einiger Zeit mit dem Thema Legal Tech beschäftigt, hat auch schon mal ein Vertragsgenerator bedient. Aber ein Vertragstemplate selbst zu erstellen gibt einem auf einmal die Möglichkeit, seinen Vertrag nicht auf einen konkreten Fall zuschneiden zu müssen, sondern sich mit allen Variationen der einzelnen Vertragsklauseln beschäftigen zu können. An jeder Stelle ist zu überlegen, ob sich hier nicht ein Anwendungsfall kreieren lässt, der durch eine weitere optionale Klausel abgedeckt werden kann. Sich kreativ so austoben zu können, ist man als Jurist gar nicht mehr gewohnt.

 

 

Der Workshop

Unseren Workshop mit Shakespeare hatten wir als eine Art Mini-Hackathon geplant: Eine Vertragsvorlage, zwei Teams und einen Tag Zeit um mit Hilfe von Shakespeare jeden der einzelnen möglichen Arbeitsschritte zu automatisieren.
Dabei gab es aber tatkräftige Unterstützung durch 42dbs – vielen Dank an dieser Stelle an jeden von Euch, die Betreuung war wirklich klasse.

 

Doch eins nach dem anderen.

 

Bevor es überhaupt ans Hacken ging, mussten wir erst einmal in die richtige Stimmung kommen. 42dbs hatte hierfür ein Interview mit dem Legal Tech Experten Patrick Prior vorbereitet. Dieser hat mit seiner Marketingfirma Advotisement nicht nur einen Legal Chat Bot erstellt, sondern betreibt auch das Legal-Tech-Verzeichnis. Hier kann man sich einen prägnanten Überblick über den deutschen Legal-Tech Markt verschaffen (https://legal-tech-verzeichnis.de). Seine Botschaft an alle Juristen in der Ausbildung und in jungen Berufsjahren: „Digitalisierung und Jura passen wunderschön zusammen – beschäftigt euch damit!“ – Na wenn das keinen Motivationsschub für den restlichen Tag gab…

 

Doch was kann Shakespeare überhaupt? Jan von 42dbs stellte uns das Ganze erst einmal vor:

Shakespeare zeichnet sich als intelligente Kanzleisoftware durch seinen sogenannten Workflow-Konfigurator aus – mit diesem lässt sich jeder physische Geschäftsprozess über eine grafische Oberfläche digital darstellen. In einem nächsten Schritt kann dieser Geschäftsprozess mit insgesamt bis zu 200 verschiedenen Plug-Ins automatisiert werden.

 

Und das sollten wir an einem Tag lernen. Das Team von 42dbs hatte sich Einiges für uns vorgenommen. Es war dafür aber auch perfekt vorbereitet: Nach der Aufteilung in zwei Gruppen gab es für uns erst einmal zehn kurze Einführungsvideos, mit denen wir selbstständig die ersten Schritte angehen konnten. Fragen wurden dabei in der Teamrunde mit einem Shakespeare-Experten besprochen.

 

Die Automatisierung

Dann ging es auch schon ans Eingemachte. Die Vertragsvorlage musste nun von der Rechtssprache in die Computersprache übersetzt werden. Dies bedeutete alle Varianten des Vertrages, alle Platzhalter und alle Optionen so zu programmieren, dass sie im Anschluss durch den Nutzer verständlich ausgefüllt werden konnten. Unser größtes Problem bis zum Mittag? Was, wenn der vertretungsberechtigte Gesellschafter männlich, die anzustellende Geschäftsführerin weiblich sein soll? Gendern in der Vertragsvorlage erhöht die Optionsvielfalt bei weitem.

 

Glücklicherweise hatten wir in der Mittagspause über Pizza die Möglichkeit uns einmal mit dem anderen Team auszutauschen und deren Herangehensweise zu betrachten. Zwei Juristen, drei Meinungen? Zwei Legal Tech Teams – zehn verschiedene Lösungswege!

 

Damit lief es am Nachmittag dann auch deutlich schneller. Wir schlossen die Automatisierung des Vertrages relativ schnell ab und konnten uns so noch einige Stunden mit anderen Plug Ins von Shakespeare beschäftigen.

Am Schluss konnte unser Template in bearbeiteter Form das automatisch erstellte Word-Dokument auf Wunsch ausgedruckt oder in PDF umgewandelt und mit vorgefertigtem Text direkt an die gewünschte Emailadresse versandt werden.

Wir waren alle ziemlich beeindruckt, was wir in einem Tag gelernt und geschafft hatten. An dieser Stelle muss aber auch wirklich die Software selbst gelobt werden: Shakespeare schafft es, komplexe Programmiervorgänge so simpel und grafisch darzustellen, dass man – einmal mit den Grundfunktionen des Programms vertraut – in kurzer Zeit riesige Fortschritte macht.

Wie so oft beim Thema Legal Tech: Man muss sich nur einmal trauen, selbst Hand anzulegen.

 

Mit kühlen Getränken ließen wir so den Samstagabend auf der Dachterrasse bei 42dbs ausklingen.

 

Ein großes Dankeschön an das Team von 42dbs! Der Workshop mit Euch hat uns riesig Spaß gemacht, eure Betreuung war genial. Jederzeit gerne wieder!

Kategorien: Allgemein

Über den Autor

Jonas Merk
Jonas hat Jura in München und in Bergen studiert, im März 2019 sein 1. Staatsexamen geschrieben und 2017 MLTech mitgegründet. Hier war er zu Beginn insbesondere für den Bereich Fundraising und Sponsoring zuständig. Wenn er gerade einmal seinen Platz in der Bibliothek verlassen kann und nicht mit dem Verein unterwegs ist, geht es für ihn am liebsten mit dem Snowboard an den Füßen in die Berge oder zum Calisthenics in den Olympiapark. Motivieren kann man ihn eigentlich zu allem. Seit der MLTech Berlinfahrt sind seine Electro Swing Dancemoves legendär.

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