Get to know Chiara Möller!

 

Nach ihrem Abitur im Jahr 2018 an der Internatsschule Schloss Hansenberg, trat Chiara ihr Studium im Fach Bioinformatik an der Goethe Universität in Frankfurt an. Neben ihrer Leidenschaft für das Programmieren hat sie sich bereits kurz nach Beginn ihres Studiums im Legal Tech Lab Frankfurt e.V. für das Thema Legal Tech begeistern lassen. Nach einem Jahr im Marketing und Events Team wurde sie im Dezember 2019 als Vorstandsvorsitzende gewählt. Im Vorstand verantwortet sie die technisch versierten Projekte sowie die Social Media Auftritte des Vereins.

 

Wir haben uns mit Chiara über ihre Erfahrungen als Vorsitzende, die Zusammenarbeit von Informatik-Studierenden und Studierenden der Rechtswissenschaften sowie über weibliche Vorbilder im Bereich Legal Tech unterhalten.

 

MLTech: Wie kann man Informatiker für Legal Tech begeistern?

Chiara: Uns Informatiker begeistert man genauso wie die meisten anderen Menschen: Durch Projekte zum Anfassen und Mitmachen! Besonders begeistert mich in der Informatik der Aspekt, eigene technische Lösungen zu kniffligen Problemen zu entwickeln. Ich bin mir sicher, dass es vielen meiner Kommilitonen genauso geht.

 

MLTech: Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit zwischen Studierenden mit technischem und juristischem Hintergrund deiner Erfahrung nach?

Chiara: Meiner Erfahrung nach liegt der Erfolg der Zusammenarbeit bei einer effektiven Kommunikation, bei der beide Seiten einerseits für die jeweiligen Fachgebiete offen sind und andererseits auf unverständliche Fachbegriffe verzichten. Das systematische Vorgehen beim Prüfen und Analysieren von juristischen Fragen ist den logischen Prozessen der Informatik tatsächlich sehr ähnlich. Genau hier lässt sich anknüpfen und ein gemeinsamer Startpunkt für die Zusammenarbeit finden.

 

MLTech: Was brauchen Juristen, damit die Kommunikation mit Informatikern funktionieren kann?

Chiara: Ein offenes Mindset. Stereotypen gibt es auf beiden Seiten und besonders diese dürfen nicht im Weg stehen – tun sie meiner Meinung nach auch nicht, wenn es ein Projekt gibt, an dem man gemeinsam arbeiten kann. Zusätzlich müssen beide Seiten nach und nach lernen, die gleiche Sprache sprechen zu können.

 

MLTech: Mit welchen Herausforderungen bist du als Vorsitzende eines Studierendenvereins konfrontiert?

Chiara: Natürlich arbeiten wir viel im juristischen Bereich, da es uns besonders am Herzen liegt, die Rechtswissenschaft zu digitalisieren und den technischen Fortschritt in diesem Bereich voranzutreiben. Dadurch bewege ich mich häufig außerhalb meines Fachbereichs. Doch genau das ist, was mich am Legal Tech Lab so gereizt hat. Ich kann meine Leidenschaft in der Informatik mit etwas komplett anderem kombinieren und so positive Veränderungen schaffen.

 

MLTech: Sei es in Kanzleien, Unternehmen oder Startups, meist scheinen Männer die Fahrtrichtung beim Thema Legal Tech anzugeben. Fehlt es an der Unterstützung für Frauen?

Chiara: Ich bin mir sicher, dass es viele Frauen gibt, die gerne im Legal Tech Bereich durchstarten möchten, und auch Unternehmen, die bereit wären, junge Frauen dabei zu unterstützen. Man muss es sich vor allem zutrauen – sowohl fachlich als auch zeitlich. Es ist definitiv möglich, wenn man sich für das Thema Legal Tech interessiert. Besonders Lara Hucklenbroich, aus unserem ehemaligen Vorstand, hat dies mehrfach bewiesen und es gibt viele weitere Frauen wie Dr. Christina-Maria Leeb, die innovativ das Thema aktiv mitgestalten. Obwohl im Fachbereich Informatik Frauen auch eher selten anzutreffen sind, bieten immer mehr Unternehmen ihre Unterstützung an. Der Legal Tech Bereich ist selbst noch jung und hat viel Potenzial – auch um die Unterstützung von Frauen auszubauen.

 

Vielen Dank für das Gespräch, Chiara!


Über den Autor

Maximilian Aufhauser
Maxi studiert in München Jura. Seit August 2019 ist er bei MLTech dabei und bringt begeistert seinen Organisationswahn ein. Nebenbei arbeitet er in der Rechtsabteilung der größten europäischen Forschungsgesellschaft und beschäftigt sich dort viel mit datenschutzrechtlichen Fragen. In seiner Freizeit echauffiert er sich gemeinsam mit Freunden leidenschaftlich über Logiklücken in Netflix-Serien, verköstigt skeptisch seine neuesten Koch/Backexperimente, engagiert sich in der Jugendarbeit und sitzt im ehrenamtlichen Gremium der Finanz- und Vermögensverwaltung der Pfarrei seines Heimatortes.

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