Wie kam es zu der Gründung des Zentrums für Digitalisierung im Steuerrecht (LMUDigiTax) und was ist das Ziel dieses Zentrums?

Die Digitalisierung greift im Steuerrecht immer mehr um sich. Auf verschiedenen steuerrechtlichen Veranstaltungen werden Fortbildungen in diesem Bereich angeboten. Am Rande solcher Veranstaltungen ist die Idee des Zentrums für Digitalisierung des Steuerrechts geboren worden. Es handelt sich um ein fakultätsübergreifendes Zentrum, an dem die juristische Fakultät, die betriebswirtschaftliche Fakultät und das ifo-Institut beteiligt sind. Ziel des LMUDigiTax ist die wissenschaftliche Begleitung der Digitalisierung im Steuerrecht, wobei ein Schwerpunkt auf den juristischen Fragestellungen liegt. Zu den Forschungsschwerpunkten gehören unter anderem die Steuergerechtigkeit durch Digitalisierung, Daten und Datennutzung und das digitale Besteuerungsverfahren. Außerdem gibt es Kolloquien, Seminare, Workshops und es ist eine Konferenz im kommenden Jahr geplant, die sich der Digitalisierung im Steuerrecht widmet.

Wer kann bei LMUDigiTax mitwirken und sich einbringen?

Zunächst einmal gibt es Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im LMUDigiTax, die die Arbeit im Institut unterstützen. Eine wissenschaftliche Mitarbeiterin und ein wissenschaftlicher Mitarbeiter promovieren an dem Zentrum. Außerdem gibt es drei studentische Hilfskräfte. Das LMUDigiTax wird getragen von seinen Mitgliedern, die das Zentrum mit Ideen und Anregungen unterstützen und an den Veranstaltungen teilnehmen. Außerdem steht das LMUDigiTax in engem Kontakt mit dem BMF, dem Bayerischen Landesamt für Steuern, der DATEV und dem NEGZ, um gemeinsame Projekte und Ideen zu entwickeln.

Weshalb eignet sich das Steuerrecht besonders gut zur Digitalisierung?

Steuerrecht ist Recht in Zahlen und eignet sich von daher besonders gut für die Digitalisierung. Die Steuererklärungen können schon seit vielen Jahren über das Portal ELSTER digital abgegeben werden. Es gibt heute bereits über 200 Softwareprogramme, die Steuerberaterinnen und Steuerberater bei ihrer Arbeit unterstützen. Die großen Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften widmen sich mit eigenen Abteilungen der Digitalisierung, um ihre Arbeit effektiver zu gestalten.

Gibt es Schwierigkeiten oder Probleme bei dem digitalen Transformationsprozess?

Ein solcher Transformationsprozess ist nie reibungslos. Eingefahrene Arbeitsmuster müssen überprüft und den neuen Entwicklungen angepasst werden. Zudem zeigt sich erst bei der konkreten Anwendung Schwierigkeiten bei der Umsetzung.

Können Sie einen Ausblick für die Zukunft schildern, wie es mit dem Steuerrecht weitergeht und glauben Sie, dass bei den entscheidenden Schnittstellen der Wille zu Veränderung da ist?

Die Digitalisierung im Steuerrecht ist bereits in vollem Gange. Sie wird von vielen am Besteuerungsverfahren Beteiligten voran getrieben. Das BMF hat zahlreiche Digitalisierungsprojekte in Gang gesetzt. Die Bundessteuerberaterkammer widmet sich der zunehmenden Digitalisierung des Berufsstands. Immer mehr Anbieter widmen sich dem lukrativen Markt des Steuerrechts. In der Gerichtsbarkeit wird der elektronische Rechtsverkehr eingeführt. Der Wille zur Veränderung ist überall spürbar. Ich glaube, dass die Digitalisierung in den nächsten Jahren gewaltige Fortschritte machen wird.

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Über den Autor

Victoria Harbers

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